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Kontenarten

Abrechnung360 unterscheidet dreizehn Kontenarten. Jede hat eine eigene Rolle in Wirtschaftsplan, Buchhaltung und Abrechnung. Die Kategorie wird einmalig bei der Anlage gewählt und kann nachträglich nicht mehr geändert werden.

Kontenart Wer pflegt? Wofür?
Bankkonto Verwalter Bankbuchungen, CAMT-Salden
Kostentragung Verwalter Umlagefähige + nicht-umlagefähige Kosten
Direktkosten Verwalter Kosten direkt einer Einheit zugeordnet
Rücklage Verwalter Erhaltungsrücklage und zweckgebundene weitere Rücklagen
Sonderumlage Verwalter Außerordentliche Sonderzahlung
Hausgeld systemverwaltet Pro Einheit ein Hausgeldkonto
Sammelkonto systemverwaltet Zentraler Hub für Eigentümer­forderungen
Forderung Verwalter Offene Forderung gegen Eigentümer oder Dritte
Verbindlichkeit Verwalter Verbindlichkeit der WEG
Vermögenswert Verwalter Bewegliches Vermögen und Vorräte
Privatentnahmen Verwalter Privateinlagen und -entnahmen des Eigentümers (nur MV)
Kaution Verwalter Kautionseinzahlungen und -rückzahlungen (nur MV)
Mietkonto systemverwaltet Ist-Mieteingänge je Einheit bzw. Mietverhältnis (nur Mietverwaltung)

Repräsentiert ein reales Bankkonto der Verwaltung. Empfängt Buchungen aus dem CAMT-Import oder manueller Erfassung. Mehrere Bankkonten pro Objekt sind möglich (z. B. Giro + Tagesgeld + Rücklagen­konto).

  • IBAN ist Pflicht — sie steuert die automatische Zuordnung beim Import.
  • Startsaldo zum 01.01. setzen, sonst rechnet Abrechnung360 mit 0 €.
  • Umbuchungen zwischen eigenen Konten werden automatisch erkannt und nicht als Aufwand verbucht.

Sammelt alle laufenden Kosten der WEG: Hausstrom, Aufzug, Versicherungen, Hausmeister, Verwalter­vergütung, etc.

  • Verteilerschlüssel ist Pflicht — er bestimmt die Verteilung im Wirtschaftsplan und in der Abrechnung.
  • Umlagefähig (nur Mietverwaltung) entscheidet, ob die Kosten in die Betriebs­kosten­abrechnung eingehen.

Kosten, die einer einzelnen Einheit zugeordnet werden (z. B. Heizöl­abrechnung für einen Einzelheizungs-Eigentümer).

  • Einheit ist Pflicht.
  • Erscheint im Wirtschaftsplan unter Direktkosten und in der Einzelabrechnung dieser Einheit.

Laufendes Rücklagenkonto, typischerweise die Erhaltungs­rücklage.

  • Startsaldo wird automatisch zum 01.01. aus dem Vorjahres-Endsaldo gesetzt.
  • Zuführung wird im Wirtschaftsplan in der Registerkarte Rücklagen geplant und über das Hausgeld eingezogen.
  • Rücklagen­entwicklung erscheint in der Jahres­abrechnung als eigener Block.

Rücklage mit Fälligkeit und Betrag für eine konkrete Maßnahme (z. B. Dachsanierung).

  • Betrag und Fälligkeit sind Pflicht.
  • Beim Speichern werden geplante Buchungen pro Einheit automatisch erzeugt.
  • Siehe Rücklagen & Sonderumlagen.

Systemverwaltet — pro Einheit existiert genau eines. Wird vom System aus dem Wirtschaftsplan und der Hausgeld-Festsetzung gefüllt.

  • Manuelle Buchungen sind nicht vorgesehen.
  • Erscheint in der Einzelabrechnung als Saldo Hausgeld.

Pro WEG existiert genau ein zentrales Sammelkonto. Es ist die Quelle aller geplanten Buchungen (Hausgeld, Sonderumlagen, Rückzahlungen) und bündelt offene Forderungen der Eigentümer.

  • Nicht löschbar.
  • Wird beim Anlegen der WEG automatisch erstellt.

Aus einer Jahres­abrechnung resultieren Nachzahlungs­forderungen (Eigentümer schuldet) oder Rückzahlungs­verbindlichkeiten (WEG schuldet). Diese Konten entstehen automatisch beim Generieren der Abrechnung — Sie können sie aber auch manuell anlegen (z. B. für Außenstände gegen Dienstleister).

Feld Pflicht Bedeutung
Einheit / Dritter ja Wer schuldet / wem geschuldet wird
Betrag ja Offener Betrag
Fälligkeit empfohlen Wann zu begleichen

Bestandskonto für Werte, die weder Kosten noch Einnahmen sind. Buchungen auf einem Vermögenswert-Konto sind erfolgsneutral: Sie erscheinen weder in der Einzelabrechnung als Kosten noch in der Überschussrechnung als Werbungskosten — die Bankbewegung bleibt aber gebucht und abgestimmt.

Typische Verwendungen:

  • Bewegliches Vermögen der WEG (Rasenmäher, Werkzeug) — wird im Vermögensbericht (§ 28 Abs. 4 WEG, Abschnitt 2.4) zum Anschaffungswert ausgewiesen.
  • Vorräte mit Verbrauchslogik (z. B. Heizöl): Wird ein Verbrauchskonto verknüpft, korrigiert die Bestandsveränderung (Anfangsbestand + Käufe − Endbestand) den verteilungsrelevanten Betrag dieses Kostenkontos in der Jahresabrechnung (BGH V ZR 251/10).
Feld Pflicht Bedeutung
Anfangsbestand optional Bestand zum 01.01. des Wirtschaftsjahres
Endbestand optional Bestand zum 31.12., z. B. per Inventur/Peilung
Verbrauchskonto optional Kostenkonto, dessen verteilbarer Betrag um die Bestandsveränderung korrigiert wird

Ein Verteilerschlüssel ist nicht erforderlich. Im Kontenplan finden Sie Vermögenswert-Konten in der Registerkarte Vermögenswerte.

Nur in der Mietverwaltung verfügbar. Das Konto führt den Privatverkehr zwischen Eigentümer und Mietobjekt:

  • Auszahlung vom Objektkonto an den Eigentümer → Privatentnahme
  • Einzahlung des Eigentümers auf das Objektkonto → Privateinlage

Beide Richtungen sind erfolgsneutral und erscheinen weder als Mieteinnahme noch als Werbungskosten in der Überschussrechnung. Ein Verteilerschlüssel, Betrag oder Fälligkeitsdatum ist nicht erforderlich.

Nur in der Mietverwaltung verfügbar. Das Konto bildet die erfolgsneutrale Kautionsverbindlichkeit ab:

  • Einzahlung des Mieters erhöht den Kautionssaldo.
  • Rückzahlung an den Mieter vermindert den Kautionssaldo.
  • Eine Einheit kann optional zugeordnet werden.

Kautionen sind keine Mieteinnahmen und Rückzahlungen keine Werbungskosten. Das reale Guthaben auf dem Kautions- oder Treuhandkonto wird weiterhin als Bankkonto geführt und bleibt von der Kautionsverbindlichkeit getrennt.

Systemverwaltet, nur in der Mietverwaltung: Pro Einheit bzw. Mietverhältnis führt Abrechnung360 ein Mietkonto („Mietkonto Einheit 3 — Mustermann“), auf dem die Ist-Mieteingänge gebucht werden. Die Summen erscheinen in der Überschussrechnung als Einnahmen und im Soll/Ist-Vergleich der Registerkarte Kosten → Mieten & Vorauszahlungen.

  • Manuelles Anlegen ist nicht möglich; die Konten entstehen mit dem Mietverhältnis.
  • Ein USt-Satz kann Mietkonten nicht zugewiesen werden — der Umsatzsteuer-Ausweis wird am Mietverhältnis aktiviert.
Sie wollen … Kontenart
Eine Bankverbindung anlegen Bankkonto
Laufende Kosten der WEG verbuchen Kostentragung
Eine Einzelkosten-Position einer Wohnung verbuchen Direktkosten
Erhaltungs­rücklage führen Rücklage
Eine ETV-Sonderumlage einrichten Sonderumlage
Eine Nachforderung an einen Eigentümer dokumentieren Forderung
Eine Rückzahlung an einen Eigentümer ausweisen Verbindlichkeit
Heizöl-Vorrat oder bewegliches Vermögen führen Vermögenswert
Privatentnahmen/-einlagen erfolgsneutral erfassen (MV) Privatentnahmen
Mietkaution erhalten oder zurückzahlen (MV) Kaution
Hausgeld pro Einheit systemverwaltet, keine manuelle Anlage
Mieteingänge je Mietverhältnis (MV) systemverwaltet, keine manuelle Anlage